Die Sollbruchstelle der Dissoziation

Wenn ich die Theorie der biologischen Handlungssysteme als gegeben hinnehme, also diese Theorie entspäche auch meiner gefühlten Wahrnehmung – was würde das für mich bedeuten bzw. was könnte ich daraus für mich ableiten?

Von der Natur ist nicht vorgesehen, dass das Handlungssystem Alltag und das Handlungssystem Verteidigung gleichzeitig agieren. Für mich birgt das eine gewisse Logik, denn während ich von einem Tiger angegriffen werde, werde ich nicht über Alltagssachen wie essen, schlafen, forschen, vermehren, Freundschaft schließen etc. nachdenken, sondern ich werde in Bruchteilen von Sekunden die verschiedenen Verteidigungshandlungen durchspielen.

Meine erste automatisierte Handlung wird sein nach Unterstützung zu suchen, die Wissenschaft nennt das den sog. Bindungsschrei…um Hilfe rufen, die Gegend nach menschlichen Wesen absuchen,…etc.
Wenn ich allerdings weiß, dass ich alleine auf weiter Flur bin, dann überspringe ich aus Sicherheitsgründen diesen Schritt, denn mein oberstes Ziel ist Überleben = ich will nicht von dem Tiger aufgefressen werden….

Meine nächste automatisierte Handlung wäre Kampf!
Letztendlich bedeutet das, dass ich den Tiger angreifen würde. Eine Option, die erfolgsversprechend ist, wenn ich eine Waffe habe, sonst wohl eher zum Scheitern verurteilt.
Obwohl: wer hat schon mal mit Boxhandschuhen gegen einen Tiger gekämpft?!?
Okay, ich glaube, ich würde wohl diesen Schritt auch überspringen.

Meine nächste Möglichkeit hieße also Flucht!
Wenn ich so an mir heruntergucke, dann denke ich auch hier, dass meine Chancen das zu überleben sehr gering wären, also lasse ich auch das lieber bleiben.

Somit bleibt mir noch Möglichkeit vier, die wäre Unterwerfung!
Bei einem Hund wüsste ich jetzt, was er macht, er würde sich auf den Rücken legen und zeigen ich gebe auf, du hast gewonnen. Auf die Situation mit dem Tiger reicht meine Übertragungsleistung gerade nicht (wenn mir das einfällt werde ich das bearbeiten und ergänzen).
Ich bin mir nicht sicher ob Unterwerfung die Strategie wäre, die Erfolg verspricht.
Was denkt ihr?

Jetzt bleibt mir der letzte Mechanismus: ich erstarre und hoffe dadurch die Gefahr für mich abzuwenden.

Aber was bedeuten diese Erkenntnise denn letztendlich für mich als Menschen mit einer dissoziativen Identitätsstruktur?

Kennt ihr Piggeldy und Frederick?

Nichts einfacher als das, komm mit!
(Fortsetzung folgt)

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