TdsD = Theorie der strukturellen Dissoziation

Am Tigerbeispiel haben wir versucht die Logik der Trennung der beiden Handlungssysteme zu verstehen – wobei die Reihenfolge der Verteidigungsimpulse eher variabel ist. Kampf und Flucht stehen an gleicher Stelle, und man sagt, dass der Mensch eher ein Fluchttier ist, so dass er wahrscheinlich eher fliehen würde als zu kämpfen.
Ich selber komme aus dem Bereich Kampf, sagt ja schon der Name fighter, womit an meiner ersten Stelle der Kampf steht, das sieht bei anderen aus unserem vielschichtigen System ganz anders aus.

Während ich also um mein Überleben kämpfe, tritt der Alltag in den Hintergrund, das klang für uns sehr nachvollziehbar, und wir haben es für uns als einen gegebene Tatsache hingenommen.

Was bedeutet das aber für mich als Mensch mit DIS? Das war die Frage, die wir uns als nächstes gestellt haben und sind somit weiter in die Theorie der strukturellen Dissoziation eingetaucht. Wie gesagt für uns die Theorie, die unseren Wahrnehmungen von unserem Sein und unserem „Selbst“ am nähesten ist.

Steele, Boon, Nijenhuis, van der Hart unterscheiden ja letztendlich drei Grade der strukturellen Dissoziation und weisen ihnen gleichzeitig „Diagnosen“ zu.

So sagen sie, dass die primäre strukturelle Dissoziation der PTBS entspricht.
Die sekundäre strukturelle Dissoziation entspricht dann einer komplexen PTBS und die tertiäre strukturelle Dissoziation entspricht der Überlebensstrategie der dissoziativen Identitäts(-störung) Struktur.
Im ICD 11 wird es dann die Diagnose komplexe PTBS geben und anstelle von Ego state disorder, die in Deutschland nie eine wirkliche Diagnos gewesen ist, sprechen wir dann von einer partiellen DIS.

Was sie auch sehr deutlich hervorheben: es geht um die Struktur der Persönlichkeit, die sich durch ein traumatisches Ereignis zunächst vorübergehend verändert. Entwickeln wir allerdings eine PTBS dann manifestiert sich die Veränderung. Und bei der tertiären Struktur, da hat sich von Beginn an eine andere Struktur entwickelt, da die traumatischen Erfahrungen so früh gemacht werden und das Selbst noch gar nicht die Möglichkeit hatte sich zu einem „integrierten Ich“ auszuformen.

Um sich dem Ganzen anzunähern, müssen wir uns doch noch etwas näher mit den biologischen Handlungsystemen beschäftigen, also wir müssen nochmal auf Angriff und Verteidigung in Zusammenhang mit Trauma gucken.

Und wir werden feststellen, dass ANP keine Beleidigung ist und auch EP nicht nur etwas mit Gefühlen zu tun hat…

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