Über die dragonfighter(s)

Vom Überleben hin zu der Aussage: „Wir leben!“ ist es ein weiter Weg gewesen. Hoffnung und Resignation waren treue Begleiter*innen auf demselben.
Der Diagnosedschungel hielt eine Menge Störungen für uns bereit, und die Behandlung derselben, allerdings immer mit mäßigem Erfolg. Sicherlich ging es uns begrenzt besser, aber wie bei einer Diät fielen wir dem JoJo-Effekt in die Hände, so dass es auf lange Sicht immer schlechter wurde. Schließlich kam es zu einem endgültigen Zusammenbruch mit dem Gefühl: „Rien ne va plus – Nichts geht mehr!“

Das gefühlte Ende war, so betrachten wir es im Nachhinein eher der Anfang. Wir kamen in eine psychosomatische Klinik, die sich mit Traumafolgestörungen auskannte und die zunächst eine PTBS diagnostizierten und uns unserer Funktionalität „beraubten“. Das war schon sehr hilfreich, denn Tauma bedeutet Mechanismen im Gehirn zu besitzen und zumindest im Beruf nicht mehr funktionieren zu müssen, bedeutete geschenkte Zeit für uns (damals noch ich).

Intervalltherapie evtl. die Chance ein Vertrauensverhältnis aufbauen zu können, jemandem zu begegnen, die sich professionell für einen interessiert und die sehr professionell Veränderungen wahrnimmt. Somit wurde aus der PTBS eine ESD (DDNOS), zukünftig werden wir sie eine partielle DIS nennen. In der Begegnung auf Augenhöhe wurde sichtbar, dass es dissoziative Barrieren mit einhergehenden Amnesien gab. Mit dem Vertrauen in die Gegenüber wurde sichtbar, dass es sehr autonome states waren, die sich dort zu Wort meldeten, so dass es irgendwann die Diagnose F 44.81 gab, eine Diagnose, die uns ein „zuhause für unser Sein, wie wir sind“ anbot.

Seitdem gehen wir unseren Weg zeitweise mit vielen professionellen Unterstützer*innen im außen, mit zunehmender Unterstützung aus dem Innen und sagen inzwischen : „Wir leben“! – Zumeist mit dem aus der alkoholfreien Bier Werbeszene geklauten Nachsatz: „Nicht immer, aber immer öfter!“